Stoertes (Photo)Blog Der Blickwinkel macht den Unterschied.

23Mrz/13Off

Trip nach Schottland

Endlich mal wieder reisen! Hat mich doch das Studium die letzten Jahre viel davon abgehalten, so wurde es jetzt endlich mal wieder Zeit, Deutschland zu verlassen und sei es auch nur für ein paar Tage. Und da ich eh meine Mitbewohnerin Joanna während des Auslandssemsters in Glasgow besuchen wollte, fiel mir die Wahl nicht gerade schwer.

Montag

Angekommen in Edinburgh war die Freude groß: der seit Wochen in Hamburg bekannte graue Himmel war im sonst für seine Feuchtigkeit bekannten Schottland komplett verschwunden und wurde fast die gesamten 5 Tage durch strahlend blauen Himmel ersetzt - ein schöneres Wetter kann man sich einfach nicht wünschen!

Mein erstes must-have Ziel in Schottland war der Firth of Forth mit seiner bekannten riesigen Brücke, die mittlerweile schon über 100 Jahre alt ist. Nach einer kurzen Zugfahrt waren wir in Queens Ferry und das Wetter belohnte uns mit einem grandiosen Ausblick über den Meeresarm. Nach kurzem suchen war die perfekte Location für mein erstes richtiges Gigapan gefunden:

Ich konnte einfach nicht widerstehen und seit einigen Tagen hängt dieses Bild als 3,6 Meter langes Panorama in meinem Zimmer - wer will kann mich gerne mal besuchen kommen, es sieht bombastisch aus!

Auf dem Rückweg ging es wieder über Edinburgh zurück nach Glasgow. Der Bahnhof in Edinburgh hat das Modell "Stuttgart 21" konsequent umgesetzt: anstatt den Bahnhof zu verbuddeln, wurde er einfach in ein Tal gebaut, das mitten durch die Stadt verläuft, und dann von oben mit einem (Glas)Dach verschlossen 😀

Dienstag

Dienstag war Erkundungstag. Da Joanna leider die folgenden Tage keine Zeit hatte (danke an den verplanten Prof, der spontan noch zusätzliche Vorlesungen reingelegt hat!), habe ich auf eigene Faust mit einem Stadtplan bewaffnet Glasgow erkundet.

So wunderschön die Architektur von Edinburgh auch ist - so hässlich waren manche Ecken von Glasgow. Die Stadt, früher bekannt als mächtiger Seehafen und Arbeiterstadt, hat in den letzten Jahrzehnten einen starken Wandel durchgemacht. So spielt der Seehandel und Schiffbau mittlerweile gar keine Rolle mehr in dieser Stadt - was man am Baustil aber noch sehr deutlich sieht. Überall im Hafengebiet stehen noch alte Speicher, heruntergekommene Häuser und nicht zuletzt riesige Freiflächen der ehemaligen Industriegebäude herum.

Auf der anderen Seite wird gebaut was das Zeug hält. An vielen Ecken findet man neben den Arbeiterhochhäusern glänzende Glassfassaden für Wohnviertel, Unternehmen oder öffentlichen Einrichtungen. Und so kommt es vor, dass man in einer Straße eine bunten Mischung aus marode und modern antrifft.

Doch es gibt auch sehr schöne Seiten in der Stadt wie das Rathaus mit dem Weltkriegs-Denkmal..

... dem River Clyde ...

.. oder dem Riverside Museum.

Apropos Museum: nahezu sämtliche Museen in der Stadt verlangen keinen Eintritt. Man geht einfach in das Gebäude hinein und schon steht man mitten in der Ausstellung und wird freundlich von einer Dame begrüßt, die einem sofort einen Guide in die Hand drückt - da darf man sich hierzulande gerne eine Scheibe abschneiden. Im Riverside-Museum war ich dann auchnoch an diesem vollgestopften Tag. Zu sehen gibt es sehr viel über die Entwicklung der Mobilität. Von den ersten Booten über Fahrräder, Schiffe, Autos, Dampflocks, Straßenbahnen, der Glasgower Subway, Autos und anderen Fortbewegungsmitteln.

Das obige Bild ist übrigens keine Modellsammlung sondern eine Wand voll mit Autos in Originalgröße... schaut mal genauer hin 😉

Auf dem Rückweg habe ich dann wegen platten Füßen gleich nochmal die bereits erwähnte Glasgow Subway ausprobiert - eine schon über 100 Jahre alte U-Bahn, die als Ring unter der Stadt verkehrt. Sie ist ein Erlebnis erster Klasse! Zum einen ist sie vielleicht gerademal etwas größer als 2 Meter im Durchmesser, sodass man sich schon leicht ducken muss bei der Fahrt und zum anderen wird man stärker durchgeschüttelt als bei einer Achterbahnfahrt .. von der extremen Lärmentwicklung mal ganz zu schweigen ^^

Mittwoch

Dieser Tag entwickelte sich nach der spontanen Entscheidung, einfach irgendwo hin mit der Bahn zu fahren, zu einer kleineren Wandertour. Erster Halt war der kleine Ort mit dem lustigen Namen "Bowling" welcher einen kleinen Hafen hatte, der wohl schon lange kein fahrtüchtiges Schiff mehr gesehen hatte.

Ich konnte mein Glück kaum fassen: Sonne! Und dazu keine einzige Wolke und Windstille. So still, dass man die Flut beim steigen an der Oberflächenspannung beobachten konnte..

Nachdem ich mich an dieser Pracht sattgesehen hatte, fiel mir mein nächstes Ziel ins Auge: was wäre denn ein Besuch in Schottland, ohne wenigstens auf einen kleinen Hügel zu wandern?

Gesagt getan und so bin ich querfeldein durch Bowling (das passenderweise die "Bowling Hall" als Rauthaus hat 😀 ) am Highway entlang gewandert, bis ich einen Weg fand.

Bereits auf halbem Wege bot sich mir eine phantastische Aussicht, die ich mir nichtmal hätte erträumen können!

Und was erwartet man, wenn man endlich den Kamm der Hügelkette erklommen hat? Viel, aber sicherlich keine Angler! Denn oben gab es einen See und einen Ausblick auf die Highlands weiter nördlich (wer mehr Bilder sehen möchte, scrolle bitte gleich bis zum Ende zur Galerie 😉 ).

Beim Abstieg war wieder der weite Blick auf den Ballungsraum um Glasgow zu sehen.

Nach dieser Wanderung mit vielen schönen Impressionen, war ich froh, als ich mit meinen schmerzenden Füssen wieder am Bahnhof angekommen war und entspannt mit der ScotRail nachhauserollen konnte.

Donnerstag

Donnerstag war ich erstmal mit Joanna Frühstücken - natürlich ein british breakfast schottischer Art. Neben gebratenem Speck, Toast, Spiegelei und Bohnen lagen auf meinen Teller noch Hagges (gefüllter Schafsdarm) und Black pudding (.. Blutkuchen 😀 ) auf dem Teller. Und ich muss sagen .. wenn man nicht weiss, was genau da drinne ist, schmeckt es sogar alles ziemlich gut 😀

Davon gestärkt standen für mich noch etwas Sightseeing und Geocaching auf dem Plan. Letzteres führte mich quer durch die Stadt zu interessanten Orten und Nieschen, während ersteres mich zunächst in die Glasgow Cathedral verschlug.

Sehr interessant an diesem Gebäude war die Geschichte, in Folge derer die Kirche vielfach erweitert und durch zusätzliche Anbauten ergänzt wurde.

Direkt hinter der Kirche befindet sich der Glasgow Necropolis, ein Friedhofshügel mit zig pompös in Szene gesetzten Grabsteinen .. nein besser Grabmonumenten 😀

Anschließend ging es zum Geocaching quer durch die Stadt.

An diesem Tag zog sich der Himmel leider langsam etwas zu - aber es blieb trocken und meine Tour zog sich wieder bis in den Nachmittag. Während meiner Tour durch das Land habe ich öfter festgestellt, dass der Schotte gerne mit dem Bus fährt. Nicht nur, dass in der Stadt gefühlt mehr Busse als Autos unterwegs waren, auch alle größeren Städte des Landes sind durch City-Link Verbindungen mit einem sehr guten Busnetz verbunden. Daher wundert es nicht, dass man öfter über Busbahnhöfe stolpern konnte die schon fast Bahnhofsausmaße angekommen haben.

Abends sind wir dann gemeinsam noch mit 2 Komilitonen von Joanna ein paar Bierchen trinken gewesen. Ich bin durchaus geneigt zu sagen, auch englisches Bier kann man trinken 😀

Freitag

So schön die Woche auch war, so kurz war sie leider auch. Bereits in der Frühe ging mein Bus nach Edinburgh zum Flughafen. Beim Abflug hatte ich Glück: es war wieder fast wolkenfreier Himmel und aus dem Fenster konnte ich nochmal einen sehr schönen Blick auf Edinburgh und die beiden Brücken über den Firth of Forth erhaschen. Danach folgte sehr schnell wieder die graue Wolkendecke, die mich bis Bremen verfolgen sollte - bye bye Scotland!

Nach dem Flug gabs dann noch eine böse Überraschung: mein neu gekauftes Gigapan Epic Pro Stativ, das ich gut gepolstert im Reisegepäck aufgegeben habe, hat den Flug nicht überstanden. Das Display war gesprungen und beide Stellmotoren funktionieren seitdem nicht mehr - wie zum Geier haben die das an so einem massiven Gerät geschafft o.O

Da ich viiiiel mehr Bilder gemacht habe, als hier Platz finden, habe ich wieder eine Galerie mit einer größeren Auswahl erstellt: Bildergalerie

Ich freue mich, wenn ich euch auch etwas von Schottland begeistern konnte mit meinenn Bildern - ich will auf jeden fall nochmal hin! Vielleicht mal nach Aberdeen, oder wandern durch die Highlands .. 😉

Stay Tuned - Støertebeker

 

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